25 Jahre Aidshilfearbeit

25 Jahre AIDS-Hilfe Bochum ist auch ein Anlass zurückzuschauen. Aus der Vergangenheit heraus können wir uns unserer Identität vergewissern und unsere Veranwortlichkeit zur Bewältigung der gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen ableiten. Wir wollen an dieser Stelle einige Ereignisse aus unserer Historie exemplarisch herausgreifen, Diese Darstellungen sind bewusst stark subjektive Rückschauen, die zur Diskussion und zum Nachdenken anregen sollen.

Die Gründung

Am 29.01.1986 wurde die Satzung der AIDS-Hilfe Bochum e.V. durch eine neunköpfige Mitgliederversammlung verabschiedet. Am 18. April kam es dann zum offiziellen Eintrag in das Vereinsregister des Amtsgerichts Bochum. Als Vorstandsmitglieder wurden Andreas Pockrand, Gangolf Heußen, Silvia Binotsch, Sabine Kähler und Jörg Syllwasschy gewählt. Es gab zum damaligen Zeitpunkt keine Hauptamtlichkeit.

Die Aidshilfe - Bewegung stand am Anfang. Die so genannte Aids-Hysterie bestimmte den Alltag. HIV wurde in der Öffentlichkeit - vereinfacht dargestellt - so wahrgenommen: Etwas Bedrohliches, der Virus verband sich mit etwas Bösem (Schwule, DrogengebraucherInnen, Sexarbeiterinnen) und konnte von diesen Personengruppen auch noch weitergetragen werden.

Primär die pro familie machte sich schon damals stark, dass auch eine "Provinzstadt" wie Bochum eine spezialisierte Anlaufstelle, die zu HIV und Aids Prävention, Information und Beratung anbietet, vorhalten kann. Dafür wurde eine erste Interessensvernetzung initiiert: Die "Aids"-Beratungsgruppe der RUB, die Drogenberatung, die Telefonseelsorge, ein HIV-Behandler und die Rosa Strippe forcierten die Gründung der Aidshilfe. Diese Gründungsidee wurde in Bochum also nicht aus reiner Selbsthilfeinitiative heraus geboren.

Die ersten Tage waren gewiss nicht einfach, denn selbst ein Verein wie die Rosa Strippe hatte Berührungsänsgte mit dem Thema HIV&Aids. Sie wollten vermeiden, dass schwule Lebenswelten mit Aids gleichgesetzt werden. Jahre später, da werden uns die Kooerationspartner aus der Kortumstraße Recht geben, ist der Erfolg der strukturellen Prävention kaum zu übersehen. Sie bezieht bekanntlich den einzelnen Menschen als auch seine Lebenswelt mit ein. Hier sehen wir, wie wichtig unser Ansatz der Akzeptanz- und Entstigmatisierungsarbeit von Aidshilfen war und ist.

 

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